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Hier finden Sie Erhaltungskulturen von 600 Arten in über 3.000 Akzessionen. Zu den 91 fett gedruckten Arten informieren wir ausführlich über Biologie, Kulturansprüche, haltende Gärten/Einrichtungen und Wiederansiedlungen.

Caldesia parnassifolia (Herzlöffel)

Caldesia parnassifolia

© A. Mrkvicka, NHM Wien
Der hochauflösende Download ist unter einer Creative Commons Namensnennung zur nicht-kommerziellen Nutzung verfügbar.

Biologie

ArtCaldesia parnassifolia
VerbreitungEuropa, Asien, Afrika, Arealanteil Deutschlands weniger als 10% (Hauptareal) (floraweb.de 2011)
Verbreitungskartein Deutschland: Nationaler Bericht - Bewertung der FFH-Arten, Stand 2007
Höhenverbreitunghöchste (und derzeit einzige) Vorkommen in Deutschland in Franken bei 400 m ü.d.M. (tillandsia.at/caldesia.html 2006); ursprünglich in Deutschland im Tief- und Hügelland (Oberdorfer 1990)
Natürlicher Standortnährstoffreiche Gewässer (Hauptvorkommen) (floraweb.de 2011); im Röhricht an stehenden, basen- und ± nährstoffreichen, meso- bis eutrophen Gewässern, an Weihern, Altwassern und in Gräben, auf humosen, sandigen Schlammböden, wärmeliebend (Oberdorfer 1990)
Mykorrhizierungkeine, in keinem Vertreter der Alismatales sind Mykorrhiza vertreten (Li & Zhou 2009)
Beschreibung der Pflanze10-30(-100) cm, Blätter tief herzfg, 2-4(-5) cm lg, stumpf, slt zugespitzt, sehr veränderl., aber lg gestielt (bis 100 cm), mit bogigen Seitennerven, z. T. untergetaucht, z. T. schwimmend, Blüten weiß, in 5-11 doldigen Quirlen, 10 mm Durchmesser, 8-10(-25) Früchte, eifg, auf Rückseite mit 3 Nerven (floraweb.de 2011)
LebensformHydrophyt (floraweb.de 2011)
Lebensdauerausdauernd (plurienn-pollakanth) (biolflor.de 2011); im Winter weitgehend absterbend, aber zum Teil mit vegetativem, turionenartigem Kern überwinternd (tillandsia.at/caldesia.html 2006)
Samenbankkeine Angabe
BlütezeitJuli–September (biolflor.de 2011)
Bestäubung durchInsekten (floraweb.de 2011)
Kompatibilitätselbstkompatibel (Gituru et al. 2002)
Blütenbiologiesynözisch (hermaphroditisch) (biolflor.de 2011)
Ploidiediploid, 2n=22 (biolflor.de 2011)
FruchtSammelsteinfrucht (biolflor.de 2011)
Samenreifekeine Angabe
Samengröße2,0 x 1,0 mm (biolflor.de 2011)
Samengewichtkeine Angabe
SamenmorphologieFrüchtchen, nicht heteromorph (biolflor.de 2011); Einzelfrucht seitlich wenig zusammengedrückt, stumpf mit breitem Griffelrest, am Rücken mit 3 stumpfen Rippen, Same hufeisenförmig (Hegi 1981)
SamenausbreitungMenschen, Klett (floraweb.de 2011); evtl Vogelverbreitung (http://www.crsf.ch/deu/fiches/pdf/cald_parn_d.pdf 2012)
Reproduktiondie Art bildet in unserem Klima oft gar nicht reife oder nicht keimfähige Früchte aus, daneben stehen ihr aber noch vegetative Vermehrungsorgane zur Verfügung, seitliche Blütenstände tragen in den Achseln vergrößerter Hochblätter stärkereiche Winterknospen (Turionen) mit zweizeiligen Knospenschuppen, sie faulen im Herbst ab, sinken zu Boden, befestigen sich im Frühjahr mit Adventivwurzeln und treiben zunächst mit Bandblättern zu einer neuen Pflanze aus (Hegi 1981); Samenkeimung bisher nicht beobachtet (tillandsia.at/caldesia.html 2006)
Gefährdungeuropaweit gefährdet (floraweb.de 2011)
Rote Liste Deutschland1 (vom Aussterben bedroht) (floraweb.de 2011)
GefährdungsursachenBiologische Risikofaktoren wie Isolation und geringe Größe der Population, Intensive Teichwirtschaft (floraweb.de 2011)
PflegemaßnahmenVerstärkung der Wasserschutzmaßnahmen, genügend große Pufferzonen schaffen, Lenkung der Freizeitaktivitäten, Stellen zulassen, wo Wasserpflanzen und Ufervegetation nicht vollständig ausgeräumt werden (http://www.crsf.ch/deu/fiches/pdf/cald_parn_d.pdf)
Schutzstatusstreng geschützt (floraweb.de 2011)
VerantwortlichkeitDeutschland hat sehr große Verantwortlichkeit (Welk 2002, floraweb.de 2011)
Sonstigesin China sind hauptsächlich Städtebau und Urbanisierung sowie Ausbau von Landwirtschaft und Infrastruktur für rapiden Rückgang verantwortlich (Gituru et al. 2003)

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Kulturansprüche

ArtCaldesia parnassifolia
Kulturaufwändig
Wasserbedarf:Wasserpflanze, bis ca. 30 cm Wasserstand (BG München: A. Gröger & H.-J. Götzke); ihre besten Wachstumsbedingungen findet diese Art im Schwimmblattstadium (Hegi 1981); Turionen im Frühjahr auf sehr nasses Substrat auflegen, Wasserstand knapp unter Bodenoberfläche, nach der Blüte erhöhen auf 5 cm über Boden (tillandsia.at/caldesia.html 2006)
Nässeempfindlichkeit:bis knietiefes Wasser ist kein Problem (tillandsia.at/caldesia.html 2006)
Dürreempfindlichkeit:keine Angabe
pH-Spezifik:saures Torfwasser, kalkempfindlich (BG München: A. Gröger & H.-J. Götzke); nur mit Regenwasser gießen (tillandsia.at/caldesia.html 2006)
Substratspezifik:gedämpfter Fischteichschlamm und kalkfreier Sand 1:1 (tillandsia.at/caldesia.html 2006)
Nährstoffbedarf:keine Angabe
Nährstoffempfindlichkeit:keine Angabe
Temperaturansprüche:im Winter leichte Abdeckung mit Fichtenreisig empfehlenswert (BG München: A. Gröger & H.-J. Götzke); wärmebedürftig, bis in den Sommer im Gewächshaus bei guter Belüftung kultivieren, Turionen im Freiland unter Eisdecke überwintern, unbedingt unter Wasser, auch im Kühlschrank möglich (tillandsia.at/caldesia.html 2006)
Lichtbedarf:sonnig (tillandsia.at/caldesia.html 2006)
Schädlingsprobleme:Enten fressen im Winter gern die schwimmenden Turionen, daher Schutz erforderlich, sonst völlig gesund (BG München: A. Gröger & H.-J. Götzke); bei Glashauskultur ab Mitte Sommer erhöhte Gefahr von Blattläusen und Mehltau, daher dann besser ins Freiland bringen, aber Vorsicht mit Verbrennungen der unter Glas gebildeten Blätter (tillandsia.at/caldesia.html 2006)
Vermehrung durch:Turionen und Samen, Samenbildung jahresweise sehr unterschiedlich (BG München: A. Gröger & H.-J. Götzke)
Keimungsansprüche:bisher keine Keimung beobachtet (tillandsia.at/caldesia.html 2006)
Keimungszeit:keine Angabe
Hybridisiert mit:keine Angabe
Kritische Lebensphasen:keine Angabe
SonstigesWinterknospen (Turionen) bleiben im Freiland im Wasser schwimmend, sind erst grün, dann braun, mag keine Algen, Batrachium, Potamogeton, aber evtl. Armleuchteralgen, am Wildstandort im glasklaren Wasser (BG München: A. Gröger & H.-J. Götzke); Bewurzelung der Turionen im Frühjahr dauert etwas, die ersten Blütenschäfte sind aufrecht und tragen vor allem Blüten und nur einzelne Turionen, später bilden sich horizontale Schäfte, die nur Turionen tragen, im Herbst sterben die Pflanzen ab, überleben aber zum Teil mit einem vegetativen, turionenartigen Kern (tillandsia.at/caldesia.html 2006)

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Haltende Gärten / Einrichtungen

1.) Botanischer Garten München-Nymphenburg

IPEN Level Zugang Herkunft Wiederansiedlung Web Bem.
DE-0-M-2005/26441<1980Bayern, Oberpfalz, Schwandorf

2.) Botanischer Garten der Universität Regensburg

IPEN Level Zugang Herkunft Wiederansiedlung Web Bem.
k.A.11998, 2006Bayern, Oberpfalz, Schwandorfja

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Wiederansiedlung Caldesia parnassifolia (Herzlöffel)

Die Art wurde aus Material des BG Regensburg am Wildstandort ausgebracht (BG Regensburg: P. Poschlod).


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Online: http://www.ex-situ-erhaltung.de/pflanzenarten/c/caldesia-parnassifolia/ [Datum: 21.09.2017]
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